Die Straßenkinder lieben die abwechslungsreichen Lernmöglichkeiten in der mobilen Schule.

Mobile Schule für Strassenkinder
Cebu City / Philippinen

Straßenkinder in der philippinischen Metropole Cebu City.

 

Schenken Sie Straßenkindern Hoffnung!

Straßenkinder, das sind Mädchen und Jungen unter 18 Jahren, die auf der Straße leben und überleben müssen. Man findet sie vor allem in Ballungsgebieten von großen Städten. Die Aktionsgruppe „Kinder in Not“ hat sich der besonderen Situation dieser Kinder und Jugendlichen in Cebu City / Philippinen angenommen.

Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass es weltweit 100 Millionen Straßenkinder gibt. Rund ein Drittel dieser Kinder leben dauerhaft auf der Straße, ohne Kontakt zu ihren Familien. Nicht selten haben sie sich selbst für ein Leben auf der Straße entschieden, um Armut und Hunger, aber auch Gewalt und Missbrauch im familiären Umfeld zu entkommen.
Andere fliehen zusammen mit ihren Familien vor der Armut auf dem Land. Da die Eltern in der Regel keine Ausbildung haben, enden sie in den Elendsvierteln der Metropolen. Dort sind die Kinder tagsüber auf den Straßen unterwegs um Geld zu verdienen oder ihre Zeit mit anderen Kindern zu verbringen.

Wovon leben die Straßenkinder?

Kinderarbeit gehört auf der Straße zum Alltag. Die Mädchen und Jungen sammeln Müll, putzen Autoscheiben oder Schuhe, verkaufen Blumen, tragen Einkaufstüten oder Koffer, verkaufen Süßigkeiten oder helfen am Bau. Aber auch illegale Tätigkeiten wie Diebstahl und Drogenhandel gehören zu den Einnahmequellen. Darüber hinaus ist für viele Mädchen und Jungen Prostitution eine wichtige Verdienstmöglichkeit.

Wo schlafen die Straßenkinder?

Ein Teil der Straßenkinder kehrt am Abend in die armseligen Unterkünfte ihrer Familien in den Slumgebieten zurück, um dort zu schlafen. Andere kommen bei Freunden und Bekannten unter. Viele müssen sich jedoch Abend für Abend einen Schlafplatz suchen. Sie schlafen in Parks, auf öffentlichen Plätzen, unter Brücken oder in Hauseingängen. Dann sind sie leichte Opfer und werden nicht selten ihrer wenigen Habseligkeiten beraubt, sexuell missbraucht oder gar ermordet. Aus Angst vor Übergriffen schlafen viele Straßenkinder tagsüber und sind nachts unterwegs.

Wie ist es um die Gesundheit der Straßenkinder bestellt?

Die gesundheitlichen Risiken eines Lebens auf der Straße sind hoch.
Um Armut, Gewalt und Missbrauch zu vergessen, konsumieren die Straßenkinder Alkohol oder Cannabis, schnüffeln billige Klebstoffe oder Lösungsmittel. Die Folgen reichen von chronischen Atemwegsbeschwerden bis hin zu Halluzinationen. Die körperliche und geistige Entwicklung nimmt dabei in der Regel Schaden.
Den Kindern und Jugendlichen fehlt der Zugang zu ausreichender Nahrung und sauberem Trinkwasser. Sie ernähren sich von Essensresten, betteln in Restaurants oder kaufen sich billige Süßigkeiten. In der Regel sind sie unter- oder fehlernährt. Viele leiden unter anderem an Wachstumsstörungen.
Dass die Straßenkinder bei Regen und Kälte im Freien schlafen und Tag und Nacht den Autoabgasen der Stadt ausgeliefert sind, fördert ihre Anfälligkeit für Krankheiten. Außerdem begünstigt der fehlende Zugang zu sanitären Anlagen Infektionskrankheiten.
Hinzu kommen psychische Belastungen, denn fast jedes Kind hat traumatische Erfahrungen zu verkraften. Die soziale Ausgrenzung ist ein weiteres, großes Problem für sie. 

Welche weiteren Probleme gibt es?

Angst und Gewalt sind im Leben der Straßenkinder allgegenwärtig. Sie leben ohne jede Rückzugsmöglichkeit und sichere Zuflucht. Neben Obdachlosigkeit, Hunger und Ungewissheit bedeutet das Leben auf der Straße, jederzeit von anderen angegriffen werden zu können. Selbst die Gefahr des Todes ist allgegenwärtig. Es gilt das Gesetz des Stärkeren. Viele Straßenkinder tragen Narben auf der Haut. Diese stammen von Handgreiflichkeiten um das tägliche Essen oder einen guten Schlafplatz für die Nacht. Auch Rivalitäten zwischen Straßenbanden gehören zum Alltag.

Gehen Straßenkinder zu Schule?

Beim Kampf um das tägliche Überleben fehlen den Mädchen und Jungen in der Regel die Möglichkeit und die Kraft für einen regelmäßigen Schulbesuch. Die meisten Straßenkinder sind Schulabbrecher oder haben noch nie eine Schule besucht. Nur wenige von ihnen können lesen und schreiben. Damit bleibt ihnen der Weg zu einem Beruf verwehrt. Sie sind gefangen im Kreislauf der Armut.

Wie hilft „Kinder in Not“?

Eine wichtige Anlaufstelle für die Straßenkinder von Cebu City sind die beiden mobilen Schulen der Aktionsgruppe „Kinder in Not“. Es handelt sich um zwei umgebaute Busse, die mit Tischen, Stühlen, Lern- und Lehrmaterialien ausgestattet sind. Täglich fahren die mobilen Schulen mehrere Treffpunkte von Straßenkindern an und unterrichten dort dann für einige Stunden. 
Für die Neueinsteiger gibt es zunächst Aktivitäten wie Tanz, Sport, Musik, Kunst, Handwerk, Geschichtenerzählen und Filmvorführungen. Haben die Mädchen und Jungen dann Vertrauen gefasst und kommen regelmäßig, führen die angestellten Lehrer und freiwilligen Studenten sie Schritt für Schritt an Lernmodule in den Bereichen Schreiben, Rechnen, Filipino, Englisch, Sozialkunde usw. heran. Zugrunde liegt dieser non-formalen Schulbildung ein alternatives Lernsystem (ALS) nach dem Lehrplan des Philippinischen Bildungsministeriums.
Hinzu kommen reguläre Schulkinder, die keinen Platz haben, ihre Schularbeiten zu erledigen oder um Unterstützung bei den Hausaufgaben bitten. Ebenfalls gefragt ist der Zugang zu Büchern (z.B. Wörter- oder Fachbücher), die der umgebaute Bus mit sich führte.

Das Leben auf der Straße ist hart. Aber die Straßenkinder haben Träume. Sie hoffen auf ein Dach über dem Kopf, Geborgenheit, einen Schulabschluss und Arbeit. Doch um aus dem Straßenleben auszusteigen, sind sie auf langfristige Hilfe angewiesen.

Helfen Sie uns und spenden für die mobilen Schulen in Cebu City.

Auch Straßenkinder haben ein Recht auf Bildung.

Die Lehrer und Freiwilligen der mobilen Schule versuchen langsam und behutsam ein Vertrauensverhältnis zu den Straßenkindern aufzubauen.

So sieht es in der mobilen Schule für Straßenkinder aus.