Im Bordell geboren - Hilfe für die Kinder von Prostituierten auf den Philippinen


Die Armut ist auf den Philippinen, wie in vielen anderen Ländern, ein fruchtbarer Boden für den Menschenhandel. 90 % der Frauen und Kinder im Viertel Camagayan / Cebu City sind Opfer dieser grausamen Realität.

Die meisten stammen aus den ländlichen Gebieten der umliegenden Inseln. Oft nicht älter als 14 Jahre, ohne Schulabschluss und aus mittellosen Großfamilien stehen sie unter dem Druck, zum Einkommen der Familien beitragen zu müssen. Menschenhändler versprechen ihnen Jobs in der Stadt als Haushaltshilfen oder Verkäuferinnen und verkaufen sie letztlich an Bordelle oder Bars.

Einmal im Teufelskreis aus Armut, Drogen und Prostitution gefangen, gibt es ohne fremde Hilfe kaum ein Entkommen. Neben den Frauen selbst sind deren Kinder die Leidtragenden. Jede 7. Prostituierte wird schwanger und so werden unzählige Kinder geboren, deren Väter Sextouristen aus Europa und Amerika sind. Oft erkennt man an ihrer hellen Haut, den blonden Haaren und blauen Augen, welchem Gewerbe ihre Mütter nachgehen. Vielfach werden sie von der Gesellschaft ausgegrenzt und sogar in den eigenen Familien abgelehnt. Eine ganze Generation unerwünschter Kinder wächst heran. Es kommt vor, dass Mädchen und Jungen bereits in den Bordellen an Kinderhändler verkauft werden, andere bleiben sich selbst überlassen und wachsen ohne Perspektiven auf.

Diesen Kindern gilt die Aufmerksamkeit in einem neuen Projekt der Aktionsgruppe „Kinder in Not“ e.V. Schon in wenigen Wochen sollen im „Hope Center“ rund 80 Kinder von Prostituierten betreut werden. Eine Spielgruppe für die Kleinsten, Vorschulunterricht für 4-6 jährige und Hausaufgabenbetreuung für Schulkinder stehen dann in dem neuen, dreistöckigen Gebäude auf dem Programm. Daneben gibt es warme Mahlzeiten und ärztliche Betreuung für die Kids. Nur mit einer fundierten Ausbildung bekommen die Kinder der Prostituierten Perspektiven für ein Leben außerhalb des Rotlichtmilieus.